Spargel aus dem Glas - das geht gar nicht. Lese ich gerade mal wieder. Ach ja? Aber frischer Spargel im Dezember, aus Uruguay importiert, das geht? Und räuchert ihr euren Lachs eh brav selber, nachdem ihr ihn selbstverständlich eigenhändig gefangen habt? Euren Beluga-Kaviar esst ihr auch nur ganz frisch aus dem soeben geöffneten Leib einer Störin?
Saure Gurken gehen ja auch gar nicht. Denke ich. Denn als Ersatz für frische Salatgurken sind sie denkbar ungeeignet. Frische Salatgurken muss man doch eh nicht aus Holland importieren, sie werden in einheimischen Glashäusern gezogen. Niemand muss bei uns in Essig oder Salzlake vergurken.
Deshalb sage ich: Nieder mit den Essiggurkerln! Nieder mit dem Dosenspargel! Ein Hoch auf alles Echte und Unverfälschte!
Zuletzt noch ein Insider-Tipp: Echte Feinschmecker kaufen natürlich keinen aus Uruguai importierten Spargel, sondern reisen ins Erzeugerland, um ihn dort gleich frisch auf dem Feld zu verspeisen.
virago
- 31.12.2011 03:30
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Texte zum Tag
Weil das angeblich so gesund sein soll und sich vorgestern eine böse Erkältung oder gar Grippe anzukündigen schien (war aber anscheinend eh nur PMS oder Wechselbeschwerden bzw. beides), hab ich mal ganz vorsichtig "warmes Bier" probiert. Erst mal in Form eines halben Glases ungekühlten Bieres mit einem klitzekleinen bisschen Honig, auf welches ich im Wasserkocher erhitzes Wasser draufschüttete. Schmeckte wesentlich unübler als befürchtet, daher heute ein erneuter Selbstversuch mit Glühbier, und zwar nach Lektüre einiger Rezepte als Eigenkreation:
- 0,33 l Pils (geschätzt - es war eine bereits geöffnete Halbliterflasche)
- 1 kleine Stange Zimt, die zuvor schon in einer Thermoskanne mit aufgebrühtem Schwarztee Aromastoffe abgeben durfte
- 3 Pimentkörner (dito)
- 1 Gewürznelke, frisch (na ja, soweit der klägliche Rest im Gewürzglas halt noch als frisch zu bezeichnen ist)
- ein paar Scheibchen Ingwerwurzel (das Schälen spart man sich diesfalls, da der Ingwer nachher ja eh weggeschmissen wird)
- weil ich ganz mutig bin: 1 geschälte und halbierte Knobi-Zehe
- 2 Tl Zucker
- ein kräftiger Schuss Rum
Bier in einen Topf tun und vorsichtig erhitzen. Meins war schon offen, dadurch schäumt es nicht so stark. Ansonsten halt aufpassen, dass es nicht überschäumt. Es soll keinesfalls kochen, sondern auf ca. 60 Grad erhitzt werden. Ich hab die Gewürze gleich reingeschmissen, was wohl keine so gute Idee war, da es die Schaumbildung verstärkt. Also besser zuerst auf ganz kleiner Flamme heiß halten, bis der Schaum sich setzt. Dann die Gewürze rein, abdrehen und zugedeckt ca. 30 Minuten ziehen lassen. Danach den Zucker reinrühren (ich war überrascht, dass es so viel braucht, da ich es nicht gern süß mag, aber das Bier ist so bitter, dass es die zwei Teelöffel locker verträgt), noch mal leicht erhitzen und den Schuss Rum zufügen. Durch ein Haarsieb in einen Becher abseihen. Genießen.
Ich weiß, es klingt grauenhaft - aber ich finde es richtig gut! Ziemlich scharf, leicht bitter-herb, den Knoblauch schmeckt und riecht man überhaupt nicht. (Man kann ihn natürlich auch weglassen.)
Hui, und jetzt ist mir warm. Und ein bisschen schwindlig. ;-)
virago
- 12.12.2011 20:57
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Kulinarisches
Damit hier nicht alles nur noch nach Küche riecht ... ein Traum von Dezember 2006:
„Sind wir denn jetzt auch im Krieg?“, frage ich meine Mutter, während ich mühsam die Stufen erklimme. Sie sind natürlich zu hoch, ich muss auf allen Vieren kriechen und komme dennoch kaum vorwärts. Eine riesige, breite Treppe, die kein Ende nehmen will. Oben stehen die Hochhäuser. Meine Mutter ist immer ein paar Stufen über mir.
Vorhin in der Bank wollten sie mich zwingen, Fernsehen zu gucken, aber ich wollte nicht. Da waren sie sehr erstaunt.
Eigentlich hatte ich nur Angst. Ich dachte, sie wollten mich einsperren. Weil ich eigentlich nicht hätte dort sein dürfen.
Der Bankmanager entdeckte mich, als alle anderen rausrannten. Ich konnte die Tür nicht öffnen. Ich dachte, sie wäre versperrt. Dabei war sie ohnehin offen, zumindest sagte er das. Nachher, als ich rausging, war es auch so. Vielleicht war ich einfach in Panik. Schlechtes Gewissen, weil ich eben eigentlich nicht hätte dort sein dürfen.
Ich wollte es ja erst nicht wissen, aber nun kann ich sie hören. Die Flugzeuge.
„Offiziell nicht“, antwortet meine Mutter, „aber wenn sie Wien bombardieren ...“
Das Heulen der Düsenjäger klingt beängstigend. Nun kann ich sie auch sehen.
Belgrad ist schon erledigt, so hört man. Wir sind wohl die nächsten.
Mir fällt ein, dass wir keine Luftschutzbunker haben. Das kam alles zu plötzlich. Kein Ort, wo wir uns schützen könnten.
Dann sehe ich den Zug.
Er stürzt über die Kante des Hochhauses oben an der Treppe. Direkt auf mich zu.
Knapp vorbei. Ich atme auf. Auch meine Mutter ist noch da und unversehrt.
Ich drehe mich um und sehe unten auf dem weiten Platz am Fuß der Treppe meine Schwester. ‚Lauf weg!’, denke ich, doch sie steht wie gelähmt.
Der Zug ändert im Sturz die Richtung und rollt seitlich weg. Meine Schwester fällt um, aber es sieht so aus, als wäre es nur der Schrecken.
Im nächsten Moment bin ich bei ihr, halte sie in den Armen. Es ist ihr nichts passiert.
„Gott, war ich froh“, sagt sie.
„Ich auch.“
virago
- 23.09.2011 02:24
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Geträumtes
Soljanka ist bekanntlich eine Resteverwertungssuppe aus der DDR. Es gibt auch traditionelle russische bzw. ukrainische Varianten, aber ich mein jetzt die DDR-Variante. Auch davon hab ich schon unendlich viele Variationen gelesen. Zwischen Lesen und Kochen besteht allerdings ein kleiner aber feiner Unterschied.
Da Kühlschrank und Küche gerade einige aufbrauchwillige Zutaten aufwiesen, dachte ich mir: Wann, wenn nicht jetzt? Also munter zur Tat geschritten.
Ich nahm dafür: eine Zwiebel (in 1-A-Zustand), zwei kleine grüne Paprikaschoten, die schon leicht angegammelte Stellen aufwiesen, eine reife Tomate, eine Handvoll Rohschinkenwürfel, zwei einsame kleine Salzgurken mitsamt Salzgurkenflüssigkeit, eine kleine scharfe Pfefferone aus dem Glas, ein paar Kapern, etwas Putenextrawurst. Oh, und noch ein ganz ein kleines bisserl Olivenöl. Außerdem 1/2 Brühwürfel und Paprikapulver. Und Wasser. Ah, und Tomatenmark.
Zwiebel geschnippelt (in Halbmondscheiben - so mag ich das am liebsten).
Paprikaschoten gewaschen, die angegammelten Stellen rausgeschnitten (eh klar), geputzt, in Streifen geschnitten.
Tomate eingeritzt, mit kochendem Wasser übergossen, geschält.
Rohschinkenwürfel in den heißen Topf geschmissen, angebraten, beiseite gestellt, dann Olivenöl rein, dann die Zwiebeln, bald danach die Paprikastreifen, immer schön gerührt. Dann das Paprikapulver rein, kurz durchgerührt, Tomatenstücke dazu und rühren, rühren, rühren, damit nichts anbrennt (angebranntes Paprikapulver wird bitter), dann mit heißem Wasser aufgegossen. Aufgekocht, den halben Brühwürfel dazu, Temperatur auf knapp 1/2, mal köcheln lassen. Kurze Zeit später noch etwas Tomatenmark rein, das wird so ca. 1/2 Esslöffel gewesen sein. Ah ja, außerdem die Gurkenflüssigkeit.
Wohlgemerkt, das waren Salzgurken, keine Essiggurken!
Derweil hab ich dann ebenfalls überfällige Aufbackbrötchen zubereitet.
Und: Die beiden einsamen Salzgurken in Scheiben geschnitten, eine echt winzige Pfefferone ebenfalls, und noch ein paar Kaperchen.
Nach ca. 20minütigem Schmurgeln kamen die dann da rein. Die Gurken, Kapern und Pfefferonen.
Noch 5 Min., dann die Schinkenwürfel rein, ein paar inzwischen ebenfalls geschnippelte Putenextrawurststreifen, dann abgedreht und durchziehen lassen.
Eine Weile später (ich musste das Gemisch dann noch einmal wärmen) war das Ganze zwar sehr lecker, aber ... puhhh! so eine winzige Pfefferone kann höllische Schärfe verbreiten!
Alles in allem aber ein dickes Plus für ein sehr aromatisches Gericht, das ich (vielleicht nicht GANZ so pikant) bestimmt mal wieder in der einen oder anderen Form kochen werde.
Hey, grad fällt mir ein ... ich hab ja das Joghurt ganz vergessen! Also eigentlich gehört ja ein Klecks saure Sahne drauf (hab ich gelesen), aber ich wollte Joghurt nehmen. - Na, morgen dann. Ich hab ja noch genug davon und angeblich schmeckt es am nächsten Tag sowieso viel besser. :-)
virago
- 22.09.2011 01:39
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Kulinarisches
Zutaten für 1-2 Portion (Mengen geschätzt):
- eine knappe Handvoll Rohschinkenwürfel
- knapp 1/2 l Wasser
- 1/2 Suppenwürfel
- 2-3 Esslöffel Tomatenmark
- ein kräftiger Schuss Worcestershiresauce
- ein Schuss Whiskey
- ein paar Spritzer Tabasco
- eine gute Handvoll Kartoffelpüreepulver
- ca. 1 Esslöffel geriebener Kren (Meerrettich) aus dem Glas
Schinkenwürfel in einem kleinen Topf kurz anbraten, beiseite stellen. Bratrückstand mit Wasser aufgießen (am besten aus dem Wasserkocher, dann geht es schneller), den halben Suppenwürfel reinbröseln, aufkochen lassen, Tomatenmark einrühren. Worcestershiresauce, Whiskey und Tabasco dazu. Kurz köcheln lassen.
Kartoffelpüree mit einem Schneebesen einrühren, noch einmal leicht aufkochen lassen, Flamme abdrehen bzw. Topf von der Platte nehmen. Kren/Meerrettich reinrühren. Mindestens 10 Minuten durchziehen lassen. Am Schluss die angebratenen Schinkenwürfel drüberstreuen, evtl. noch einmal erwärmen.
Die Grundidee ist: Tomatenmark, Kartoffelpü & beliebige Würzzutaten >> Fastfood aus der eigenen Küche. :-)
Hab's gerade verschnabuliert. Zugegeben, es ist jetzt nicht grad Haute-Cuisine-verdächtig, aber schmeckt nicht übel als schnelles Abendessen, wenn man mal wieder vergessen hat, sich rechtzeitig was zu kochen. *gg*
virago
- 20.09.2011 23:44
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Kulinarisches
Da ich entsetzlich faul bin, erfinde ich ständig Dinge, die mir Arbeit ersparen.
Diesmal: Frisch geleertes Gurkenglas vor der Entsorgung als Salatmischbehälter verwenden. Eignet sich besonders gut für Kleingeschnippeltes. Z.B. für einen bunten Wurstsalat, bei dem vielleicht das letzte Gurkerl noch mit Verwendung findet. Auch ein Teil der Gurkenmarinade kann da statt Essig mit rein.
Zutaten klein schnippeln, ins Glas geben, nach Bedarf und Geschmack Gewürze, Essig und Öl dazugeben, Glas zuschrauben und kräftig schütteln. Stehen lassen, in Abständen erneut schütteln, damit alles schön durchziehen kann, danach entweder (für ganz Faule) direkt aus dem Glas futtern oder - eleganter - auf einen Teller tun. Reste lassen sich so auch gleich gemütlich im Kühlschrank parken. Ebenfalls sehr gut geeignet als Büromahlzeit zum Mitnehmen.
Das leer gegessene Glas kann man dann, falls man eh schon mehr als genug leere Schraubgläser gebunkert haben sollte, ganz einfach wegschmeißen. Andernfalls hat man sich zumindest einmal das Abwaschen erspart.
;-)
virago
- 23.05.2011 22:10
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Kulinarisches
Er schreit.
Mal wieder, würde fast jeder sagen, der ihn kennt. Stimmt. Bloß: Diesmal hat er Grund dazu. Ich hab ihm meinen Besenstiel in den Arsch gerammt.
Das kommt davon, wenn einer glaubt, um jeden Preis schick und up-to-date sein zu müssen. Besen seien "mega-out", hat er gesagt. Das Plastikzeug zum Wischen ebenfalls. Er wird wohl 'Wichsen' gemeint haben. Wie auch immer ... jedenfalls ist er dann auf dem Staubsauger durch die Wohnung geritten und hat in alle Ecken gepinkelt. Sowas hasse ich.
Jaaa, stimmt schon, ich hab keinen Flugschein für Staubsauger, und ja, mein Besen ist jetzt auch im Arsch.
Mir doch egal.
Dieses ist eine Art "Antwort" auf eine Geschichte von Mikel Bower:
http://mikelbower.de/blog/index.php/c76/sie-kann-nicht-reiten-der-tag-nach-walpu
virago
- 02.05.2011 02:57
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Getextetes

Ende Februar habe ich am Gewinnspiel der Hanser Literaturverlage "Webradio Lisa" teilgenommen, indem ich den
Radioplayer zu Thomas Glavinics neuem Roman auf den
Portalseiten der Literarchie eingebunden habe.
Unter allen Teilnehmern wurden 5 Buchpakete im Wert von je 75 Euro verlost. Eins davon habe ich gewonnen, und es ist heute angekommen. Juhuuuuuu!!!!
Gefüllt war es mit vier Büchern. Ich hab sie rechts in der Seitenleiste unter "Lesezeichen" eingetragen - in der Reihenfolge, in der ich sie ausgepackt habe. In welcher Reihenfolge ich sie lesen werde, weiß ich noch nicht. :-) Neugierig bin ich auf alle vier!
P.S.: Die
Faltherzen gehören natürlich nicht dazu - das ist eine
andere Geschichte.
P.P.S. (Nachtrag): Übrigens kann ich mich nicht erinnern, schon jemals bei einem Gewinnspiel etwas gewonnen zu haben. Kunststück: Ich nehme ja sonst nie an welchen teil. ;-) Diesmal hab ich mich spontan dazu entschlossen, weil mir die Aktion gefiel. Zudem ist Thomas Glavinic ein unmittelbarer Landsmann von mir (gebürtiger Grazer, der in Wien lebt). Nicht, dass das wichtig wäre ... aber irgendwie verbindet es. :-)
virago
- 27.04.2011 13:55
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