virago - 08.02.2007 18:05

Variante 1

Als er am nächsten Tag nach Hause kommt, fallen ihm die Kinder um den Hals, seine Frau küsst ihn liebevoll und fragt scherzhaft: „Und, Schatz, warst du mir auch treu?“
„Natürlich, Liebling“, sagt er – in vollem Bewusstsein, dass das eine glatte Lüge ist. Gut, dass sie gerade wegschaut, sonst würde sie es ihm wohl „an der Nasenspitze ansehen“; sie kennt ihn zu gut. Glücklicherweise ist sie völlig arglos.
Später überlegt er: Was, wenn sie es von Dritten erfährt? Soll er nicht doch lieber beichten?
Aber ... nein. Er will sie nicht unnötig kränken. Schließlich war es nur ein kleiner Ausrutscher.
Zum Ausgleich (obwohl er weiß, dass es ein billiger Weg ist, sein Gewissen zu beruhigen) ist er in den folgenden Wochen besonders lieb und aufmerksam, nimmt sich auch mehr Zeit für die Kinder und denkt: Ich liebe dich und ich hoffe, dass du mir verzeihen wirst, solltest du es jemals erfahren.

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