Eines

Eines Tages werde ich in einem kühlen Garten sitzen
unter Bäumen
auf einer weißen Bank
und ich werde schöne Gedichte malen
und Bilder schreiben.

Und niemand wird fragen
woher das Papier
und wohin der Tag.

Und sie werden kommen
und werden sie nehmen
und werden sie zwischen Glasplatten pressen
und zwischen Buchdeckel sperren
bis der Klang
sich verliert.

Und zu Natascha
werden sie sagen
über die Tante
spricht man nicht.

Thomas (anonym) - 10.08.2007 13:07

Ich wseiss ja nicht...

...genau ob es passt, aber mir fielen beim Lesen gerade einige Zeilen aus einem Lied von Hannes Wader ein:

...

Seine Blagen, lauter Kindergreise
sassen am Tisch und beteten leise.
"Gott gib´uns ein langes Leben auf Erden
und achte darauf, dass wir nicht so werden
wie unser Onkel aus der Stadt
der sie nicht mehr alle auf der Latte hat."

...

Aus: "Aufgewachsen auf dem Lande" erschienen auf der LP "Ich hatte mir noch so viel vorgenommen" von 1970

Gruß

Thomas
virago - 13.08.2007 00:26

Doch, mir scheint das passt!
Sogar hervorragend, glaub ich. Wenn ich den Liedtext richtig verstehe.
lylo - 13.08.2007 22:46

gefällt mir

auch hier ... ;-)
lg von der lylo
virago - 14.08.2007 01:15

Hallo Lylo,

schön, dich hier zu lesen!

Sorry, ich bin leider eine völlig unfähige Bloggerin *g*. Hm, vielleicht schaff ich's ja dennoch eines Tages, mich in dieser Welt zurecht zu finden. Einen Gegenbesuch mach ich jedenfalls ganz bestimmt - versprochen!

LG Mel/virago


P.S.: Ich meine natürlich: Einen Gegenbesuch unter Hinterlassung eines Kommentars :). Dein Blog kenn ich ja eh schon lang und lese da oft.
schmollfisch - 24.08.2007 00:33

Ich weiß nicht, ob das Deine Intention ist, aber ich muss sofort an all die großartigen Künstler denken, die eine Plage ihrer Familie waren.
Gauguin ist da ein gutes Beispiel.
Und ich frage mich oft, wie all diese geplagten Familienmitglieder, könnten sie noch was äußern, sich äußern würden. Würden sie sagen: "Das Geschmier hat über uns nur Leid gebracht"? Würden sie sagen: "Wir mussten Opfer bringen, aber es hat sich gelohnt"? Oder würden sie sagen: "Der war einer von uns!", obwohl sie ihm zu Lebzeiten nichts als Steine in den Weg geschmissen haben?
Und wer bin ich denn, dass ich eine Frau verurteile, die vom Erzeuger ihrer Kinder Unterhaltsbeiträge verlangt und derzeit wertlose Bilder als Ersatz nicht akzeptiert?
Uralte Fragen. Manchen gibt die Geschichte recht (zum Beispiel Gauguin), anderen nicht.
Seufzenden Gruß vm schmollfisch (freut sich, wieder Blogs abzugrasen!)
virago - 29.08.2007 21:03

Welcome back!

Liebe Schmollfischin,
daran dachte ich zwar nicht unmittelbar, aber es ist auch nicht ganz weit weg von meinen Gedanken (glaub ich).
Huch! Gleich wird mir wieder wer vorwerfen, dass ich allen Interpretationen zustimme. Ist aber nun mal so: Ich schreibe Gedichte meistens intuitiv und habe absolut nichts dagegen einzuwenden, wenn Leser/innen das dann auf ihre Weise interpretieren, ganz im Gegenteil: Ich finde es bereichernd!
Ich meinte gar keine ganz bestimmte Sache, wollte ein Gefühl beschreiben und keine konkrete Situation, insofern passt es eben. (Ob es fantasielosen oder bösartigen Menschen nun passt oder nicht *g*.)

LG virago-Mel (die mit dem Schwanz - äh - Schweif)

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