sie hängen einem noch hinterher, wenn sie tot sind. man hat so viele meme von ihnen. und dann noch die gene.
ich mag mir den tot meiner eltern gar nicht vorstellen. am liebsten würde ich vorher abtreten. ich weiß, das sagen eltern immer über ihre kinder, dass sie deren tod nicht erleben wollten. aber ich habe ja keine kinder. also müssen meine eltern und ich wohl noch darüber streiten, wer wem besser den vortritt läßt. sie leben so furchtbar gesund! es wird nicht einfach für mich, sie zu überleben. gut so.
auf der anderen seite, denke ich manchmal, ich wäre freier, wenn sie tot sind. ich müßte mich nicht mehr um sie sorgen; und ich könnte endlich eine bank überfallen, ohne mich vor ihnen schämen zu müssen. ich will ihnen doch nicht noch mehr schande bereiten.
es ist höllisch vertrackt - die sache mit den eltern.
dein vater wäre gestern 80 geworden. mal rechnen. meiner wird in ... 5 jahren 80. o je, ich hasse runde geburtstage! da werde ich aber um einen besuch nicht rumkommen.
virago, mußt du mich daran erinnern?!!
mist! jetzt ist meine laune verdorben ...
gedichte über/für die eltern, das sind immer gedichte, die man für sich schreibt. und sehr persönlich. darum fällt es nicht leicht. man will schließlich kein lügen-epos schreiben.
leben sie eben weiter.
Dass es der 80. Geburtstag meines Vaters war, fiel mir erst gestern ein. Ich bin froh, dass ich daran gedacht habe. Wenn ich den Geburtstag meines Vaters oder meiner Mutter vergesse, schäme ich mich dafür - so als wäre es besonders wichtig, an diesem Tag an sie zu denken. Meine Mutter würde morgen 66. Und in genau einem Monat ist ihr 8. Todestag.
Dass man freier ist, stimmt meiner Erfahrung nach nicht wirklich. Du würdest dich trotzdem schämen, wenn du eine Bank überfielest - weil du diesbezüglich die Moralvorstellung deiner Eltern teilst. Richtig?
(Jetzt muss ich mir endlich mal diese Memetik-Sache anschauen. Ich kannte das Wort überhaupt nicht. Klingt interessant.)
Ja, mein Vater ging in Frieden, er hatte mit dem Leben abgeschlossen. Ich glaube fast: Er wollte gehen. Er litt an Parkinson und hatte Angst davor, ein Pflegefall zu werden. Vermutlich stand er kurz davor - es wurde immer schwieriger für ihn, den Alltag ohne Hilfe zu bewältigen.
Bei meiner Urgroßmutter habe ich das ebenfalls so empfunden, allerdings war sie fast 88. Kurz vor ihrem Tod sagte sie öfter: Es ist alles so beschwerlich geworden, ich mag nicht mehr.
ob ich mich freier fühlen würde, sie leben ja noch. etwas ungezwungener wohl schon. klar, moralisch hängen sie mir auf ewig in den eingeweiden. sie meinten es gut, etc., und ich bin nunmal memetisch und genetisch ihr sohn. ich werde meine eltern nie ganz aus meinem leben verbannen können. was meine sohnpflichten angeht, bin ich, ehrlich gesagt, eine wildsau. oder jedenfalls ein säuger, der nur auf die eltern zurückgriff, wenn er sie brauchte.
nein, familie gehört nicht zu meinen rühmlichsten kapiteln. es hat schon seinen grund, dass ich keine eigene gründen wollte/will.
ich beruhige mein gewissen, indem ich mir sage, dass ich eigentlich ein sehr lieber sohn war/bin. immerhin rede ich noch zb. mit meinem vater - mein bruder weniger. und ich trage meinen eltern nichts nach. ich liebe sie ehrlich. doch mit besuchen halte ich mich zurück. umso mehr freue ich mich aufrichtig, wenn ich sie sehe.
ich hadere mit dem leben ... bekannterweise ... und dazu gehört irgendwie auch die herkunft.
kürzlich, als ich einen vater mit seinem sohn in der gartenwirtschaft beobachtete, dachte ich bei mir: wow! ich wäre auch sehr stolz auf meinen sohn ... das wäre für mich ein ganz anderes leben. aber ich will es nicht. nein, ich will es nicht.
meine eltern sind sehr klug und vorausschauend, vorallem meine mutter. ich weiß, dass sie es sich nicht schwer machen werden. sie wollen bestimmt niemandem zur last fallen und sorgten vor.
klar, ich habe dennoch angst vor der zeit, wenn meine eltern pflegefälle werden. bin doch altenpfleger - stehe ich da nicht besonders in der pflicht?
die guten eltern
ich mag mir den tot meiner eltern gar nicht vorstellen. am liebsten würde ich vorher abtreten. ich weiß, das sagen eltern immer über ihre kinder, dass sie deren tod nicht erleben wollten. aber ich habe ja keine kinder. also müssen meine eltern und ich wohl noch darüber streiten, wer wem besser den vortritt läßt. sie leben so furchtbar gesund! es wird nicht einfach für mich, sie zu überleben. gut so.
auf der anderen seite, denke ich manchmal, ich wäre freier, wenn sie tot sind. ich müßte mich nicht mehr um sie sorgen; und ich könnte endlich eine bank überfallen, ohne mich vor ihnen schämen zu müssen. ich will ihnen doch nicht noch mehr schande bereiten.
es ist höllisch vertrackt - die sache mit den eltern.
dein vater wäre gestern 80 geworden. mal rechnen. meiner wird in ... 5 jahren 80. o je, ich hasse runde geburtstage! da werde ich aber um einen besuch nicht rumkommen.
virago, mußt du mich daran erinnern?!!
mist! jetzt ist meine laune verdorben ...
gedichte über/für die eltern, das sind immer gedichte, die man für sich schreibt. und sehr persönlich. darum fällt es nicht leicht. man will schließlich kein lügen-epos schreiben.
gut, wenn dein vater in frieden ging.
gruß
bon.
In der Erinnerung
Dass es der 80. Geburtstag meines Vaters war, fiel mir erst gestern ein. Ich bin froh, dass ich daran gedacht habe. Wenn ich den Geburtstag meines Vaters oder meiner Mutter vergesse, schäme ich mich dafür - so als wäre es besonders wichtig, an diesem Tag an sie zu denken. Meine Mutter würde morgen 66. Und in genau einem Monat ist ihr 8. Todestag.
Dass man freier ist, stimmt meiner Erfahrung nach nicht wirklich. Du würdest dich trotzdem schämen, wenn du eine Bank überfielest - weil du diesbezüglich die Moralvorstellung deiner Eltern teilst. Richtig?
(Jetzt muss ich mir endlich mal diese Memetik-Sache anschauen. Ich kannte das Wort überhaupt nicht. Klingt interessant.)
Ja, mein Vater ging in Frieden, er hatte mit dem Leben abgeschlossen. Ich glaube fast: Er wollte gehen. Er litt an Parkinson und hatte Angst davor, ein Pflegefall zu werden. Vermutlich stand er kurz davor - es wurde immer schwieriger für ihn, den Alltag ohne Hilfe zu bewältigen.
Bei meiner Urgroßmutter habe ich das ebenfalls so empfunden, allerdings war sie fast 88. Kurz vor ihrem Tod sagte sie öfter: Es ist alles so beschwerlich geworden, ich mag nicht mehr.
keine ahnung
nein, familie gehört nicht zu meinen rühmlichsten kapiteln. es hat schon seinen grund, dass ich keine eigene gründen wollte/will.
ich beruhige mein gewissen, indem ich mir sage, dass ich eigentlich ein sehr lieber sohn war/bin. immerhin rede ich noch zb. mit meinem vater - mein bruder weniger. und ich trage meinen eltern nichts nach. ich liebe sie ehrlich. doch mit besuchen halte ich mich zurück. umso mehr freue ich mich aufrichtig, wenn ich sie sehe.
ich hadere mit dem leben ... bekannterweise ... und dazu gehört irgendwie auch die herkunft.
kürzlich, als ich einen vater mit seinem sohn in der gartenwirtschaft beobachtete, dachte ich bei mir: wow! ich wäre auch sehr stolz auf meinen sohn ... das wäre für mich ein ganz anderes leben. aber ich will es nicht. nein, ich will es nicht.
meine eltern sind sehr klug und vorausschauend, vorallem meine mutter. ich weiß, dass sie es sich nicht schwer machen werden. sie wollen bestimmt niemandem zur last fallen und sorgten vor.
klar, ich habe dennoch angst vor der zeit, wenn meine eltern pflegefälle werden. bin doch altenpfleger - stehe ich da nicht besonders in der pflicht?
uff!
schweres thema.
bon.