Es lehrt uns, uns immer wieder an der eigenen Nase zu fassen wenn es darum geht, ob man in dieser oder jener Situation nicht viel besser reagiert hätte. Hätte man???
Danke für Deinen Text Virago.
Ja, im Nachhinein weiß man's oft besser ...
In diesem Fall war's ja nicht so schlimm, ich hätte eh nichts tun können. Ich frage mich bloß: Wäre ich geistegegenwärtig genug, das Richtige zu tun, wenn's drauf ankommt?
Inwischen weiß ich: Die Täter verwendeten Pfefferspray. Eine der beiden Frauen hat ihn direkt eingeatmet. Sie war eine Woche im Krankenstand, jetzt geht es ihr wieder gut, aber sie hustet noch immer. Die Junge hat gekündigt.
das richtige zu tun bzw. das falsche, kenne ich durch meine arbeit im pflegeheim zu gut. jeden abend, wenn ich den nachtdienst antrete, wünsche ich mir, dass es zu keinem notfall kommt. wir haben oft menschen mit atemnot oder herzanfällen. es ist nicht immer einfach, die symptome (gerade bei dementen) richtig einzuschätzen ... .
auch haben wir viele stürze mit kopfverletzungen. stelle dir einfach vor, du kommst in ein bewohnerzimmer, und eine frau liegt in ihrem blut und ihren ausscheidungen. oder du kommst zu einem krampfanfall. oder ein bewohner hat einen asthmaanfall.
ich weiß nicht, ob ich immer richtig reagiere. ich habe immer angst, das falsche zu machen. es kann um leben und tod gehen.
Schon schlimm genug, zu wissen, dass rasche und richtige Erste Hilfe darüber entscheiden kann, ob jemand bleibende Schäden davonträgt oder nicht, selbst wenn es nicht unbedingt um Leben und Tod geht.
Bestimmt kennst du ja auch das Gefühl, froh zu sein, dass ein Notfall dann passiert, wenn du gerade keinen Dienst hast ...
ich bin über keinen notfall froh, denn ich weiß, was meine kollegen/kolleginnen durchmachen.
klar, ich bin froh, wenn man das so sagen kann, dass es nicht mich erwischte.
die verantwortung über menschenleben ist eine große last.
alle anderen beruflichen schwierigkeiten erscheinen dem gegenüber zwergenhaft.
oft frage ich mich, was eine gesellschaft erwartet, wenn sie verantwortungsvolle tätigkeiten zwergenhaft entlohnt/würdigt.
dürfte den meisten Menschen kaum bewusst sein. Dass Ärzte für Menschenleben verantwortlich sind, weiß jeder ...
Mit "froh" meinte ich eben das: Gott sei Dank, es hat mich nicht selber erwischt. Vermutlich verbunden mit leisem Schamgefühl gegenüber den Kollegen. Ich schämte mich auch dafür, dass ich froh darüber war, nicht ein paar Minuten früher in den Supermarkt gekommen zu sein.
nicht bewußt - klar, solange uns kein fehler unterläuft. aber wenn wir einen fehler machen, dann zieht uns die feine gesellschaft vor`s gericht und macht uns nieder!!
So ist das.
Danke für Deinen Text Virago.
Angela
Hallo Angela,
Ja, im Nachhinein weiß man's oft besser ...
In diesem Fall war's ja nicht so schlimm, ich hätte eh nichts tun können. Ich frage mich bloß: Wäre ich geistegegenwärtig genug, das Richtige zu tun, wenn's drauf ankommt?
Inwischen weiß ich: Die Täter verwendeten Pfefferspray. Eine der beiden Frauen hat ihn direkt eingeatmet. Sie war eine Woche im Krankenstand, jetzt geht es ihr wieder gut, aber sie hustet noch immer. Die Junge hat gekündigt.
LG virago
diese angst
auch haben wir viele stürze mit kopfverletzungen. stelle dir einfach vor, du kommst in ein bewohnerzimmer, und eine frau liegt in ihrem blut und ihren ausscheidungen. oder du kommst zu einem krampfanfall. oder ein bewohner hat einen asthmaanfall.
ich weiß nicht, ob ich immer richtig reagiere. ich habe immer angst, das falsche zu machen. es kann um leben und tod gehen.
bon.
Bestimmt kennst du ja auch das Gefühl, froh zu sein, dass ein Notfall dann passiert, wenn du gerade keinen Dienst hast ...
virago,
klar, ich bin froh, wenn man das so sagen kann, dass es nicht mich erwischte.
die verantwortung über menschenleben ist eine große last.
alle anderen beruflichen schwierigkeiten erscheinen dem gegenüber zwergenhaft.
oft frage ich mich, was eine gesellschaft erwartet, wenn sie verantwortungsvolle tätigkeiten zwergenhaft entlohnt/würdigt.
...
Diese Verantwortung
Mit "froh" meinte ich eben das: Gott sei Dank, es hat mich nicht selber erwischt. Vermutlich verbunden mit leisem Schamgefühl gegenüber den Kollegen. Ich schämte mich auch dafür, dass ich froh darüber war, nicht ein paar Minuten früher in den Supermarkt gekommen zu sein.
demgegenüber:
von wegen
a propos supermarkt,
Unfreiwilliger Voyeur