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Penetrant orange

Ich liebe Orangen.

Die einzige Form, in der ich Orangen NICHT liebe ist, sie roh und unzubereitet zu essen. Kindheitstrauma. Kernespucken, bittere weiße Häute und so.
In Orangensaft, Orangenmarmelade, Arranzini sowie allen Arten von Orangen in pikanten Gerichten könnte ich mich hingegen eingraben. Außerdem macht mich Orangenöl in der Duftlampe richtig glücklich.


Vor geraumer Weile – gegen Ende des Sommers – hab ich eine größere Anzahl Orangen zum Zwecke des Auspressens erworben. Normalerweise bin ich für sowas zu gottverdammt faul, aber die sonnigen Kugeln lachten mich dermaßen an, dass ich einfach nicht widerstehen konnte.

Nun gut... eine Weile hielt meine Euphorie an, ich presste brav und genoss begeistert.

Aber wie's halt so ist, dann ward ich wieder faul. Der Herbst kam. Keine Lust mehr auf sommerliche Orangerien. Eine nicht unbeträchtliche Menge der leuchtend orangefarbigen Kugelfrüchte harrte immer noch ihrer Bestimmung.

Und nun kommt DER RITZER ins Spiel.

Vor vielen vielen Jahren ergatterte ich mal zwei Stück von diesen grünen Plastik-Orangenschälern, die in meiner Kindheit selbstverständlich waren. Sie waren glaub ich immer schon ausschließlich gratis im Kontext von Orangenangeboten erhältlich. Nun, wie auch immer. Ich denke, es geht zur Not auch mit ... einem alten Federmesser oder ... evtl. sogar mit einem passend zugefeilten Schneidezahn.

Und zwar so:

Die Schale einer Orange rundherum von oben nach unten einritzen, aber keinesfalls bis aufs Fruchtfleisch durchschneiden. Ca. so als wolle man die Orange schälen, also halt... so etwa 5 - 7 senkrechte Ritze rundum.

Die Orange verbreitet nun für einige Stunden einen SEHR STARKEN (fast penetranten) Orangenduft.
(Na ja, welchen Duft sollte sie auch sonst verbreiten.)

Danach kann man sie entweder aufessen (das sollte jetzt noch gehen, sie ist ja innendrin noch unberührt) ... oder aber: ein wenig in den Händen rollen, dann duftet sie noch ein bisschen weiter.

Nach einigen Tagen wird die Schale trocken, jetzt kann man folgendes machen: Die Ritze mit einem Messer vertiefen (Vorsicht, Verletzungsgefahr!) – oder aber einfach die Orange auf eine nicht feuchtigkeitsempfindliche Unterlage setzen und mal kräftig von oben draufdrücken.

Dabei platzt sie an ein bis zwei Ritzstellen auf und duftet dann noch eine ganze Weile weiter. (Auf Kleidungsstücke aufpassen, das spritzt eventuell.)

Später kann man sie noch mal bisschen drücken und quetschen, aber wenns in den Ritzen zu schimmeln beginnt, sollte man sie wegwerfen.

Harki (Gast) - 07.11.2009 21:58

Danke für den tip, das muß ich unbedingt mal ausprobieren!!

Heißen diese Gerätschaften nicht "Zesteur"? Ich meine...
virago - 08.11.2009 01:45

;)
Zesteur ... ist nicht das das selbe wie Zestenreißer? Was zum Abschälen feiner Zitrusschalenstreifen? Nein, ich meine was anderes... habs mal gescannt, schau:

Harki (Gast) - 08.11.2009 13:13

Ja, alles klar. Genau: Zestenreißer. Also diese Dinger zum Erzeugen von Zitrus-Schalen-Streifen für Soßen und derlei. Wirklich was anderes.

Komisch: Ich erkenne das Ding, also diesen "Schäler", auf dem Bild spontan, bin mir also sicher, es schon mal gesehen zu haben. Nur nach der Beschreibung im Ausgangsartikel kam kein Bild im Kopf auf.

Na, wenn wir etwas prominenter wären, hätten wir jetzt vielleicht einen nostalgischen Sammel-Kultus uasgelöst, falls es ihn nicht schon gibt...
schlosser - 08.11.2009 20:27

Orangenglück.

So was einfaches. Und doch so was glücklichmachendes!
Sehr nett beschrieben... und was die Orangenpresserei betrifft: auch ich bin bei der im Sommer ausnahmsweise preß-eifrig unterwegs. Ist ja auch ein Hochgenuß!Und wenn man dann auch noch eine Eismaschine zuhause hat... so ein Eissorbet´scherl ist schon eine feine Sache! ;-)

Es grüßt...
...der Wolfi aus der WarmenKüche.
virago - 08.11.2009 21:04

Hmmm!!!

Sorbet ist ja allerdings eher was für die KALTE Küche... wobei ich mir zwar vorstellen könnte, dass es auch kalte Novembertage versüßen kann, aber ich bin an sich eh nicht unbedingt eine "Süße" *g*.

Dein angekündigtes Gänsebrüstl reizt mich da schon mehr. Vielleicht ein passendes Rezept fürs geplante gemütliche Weihnachtsessen mit meiner Schwester... Gansl und Rotkraut mögen wir beide.
schlosser - 19.11.2009 22:38

Viola!

Das Gänsebrüstl ist ja schon online.
Insoferne wünsche ich Dir und Deiner Schwester eine ausufernde Schlemmerei... hemmungslos und genießerisch! :)
lg
W

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Viola!
Das Gänsebrüstl ist ja schon online. Insoferne...
schlosser - 2009/11/19 22:38
Hmmm!!!
Sorbet ist ja allerdings eher was für die KALTE...
virago - 2009/11/08 21:04
Orangenglück.
So was einfaches. Und doch so was glücklichmachendes! Sehr.. .
schlosser - 2009/11/08 20:27

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